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X Algorithmus wird Open Source: So tickt der X Feed wirklich

X Insights mit Open Source Code

Kurz nach dem Rücktritt von Nikita Bier bei X hat das Unternehmen seinen Algorithmus in einem Umfang offengelegt wie nie zuvor. Mit einem umfangreichen Update wuchs der öffentlich einsehbare Code um das Zehn- bis Fünfzehnfache.

Damit könnt ihr erstmals nachvollziehen, warum manche Posts in eurer Timeline explodieren und andere fast unsichtbar bleiben. Der Schritt reiht sich in eine größere Transparenzoffensive der Plattform ein und sorgt unter Creatorn für jede Menge Gesprächsstoff.

Seit wann ist der Algorithmus von X öffentlich und welche Möglichkeiten bietet das?

Seit dem 13. August 2026 ist der öffentliche X Algorithmus deutlich umfassender als bisher angenommen. Bereits 2025 hatte X erste Code-Ausschnitte zu Ranking-Signalen freigegeben, nun folgte jedoch ein riesiger Sprung.

Statt eines reinen Demo-Modells liegt jetzt der tatsächliche Trainingscode des Phoenix-Systems offen, samt Verfahren zur Erzeugung von Trainingsdaten. Auch die konkreten Gewichtungen, mit denen einzelne Signale in den Ranking-Score einfließen, sind seither im X Open Source Code einsehbar.

So bewertet der X Algorithmus eure Posts in der X For You Timeline

Der Kern des Systems trägt intern den Namen Phoenix. Er sagt für jeden Post vorher, wie wahrscheinlich es ist, dass ihr damit interagiert, und berechnet daraus einen individuellen Score. Neben Likes fließen zahlreiche weitere Signale ein: Antworten, Reposts, Zitate, geteilte Links per Direktnachricht, Profilklicks, Videoaufrufe und neue Follows. Auch negative Reaktionen wie Blockieren, Stummschalten oder das Melden eines Accounts wirken sich spürbar aus.

Wichtig für euer Verständnis: Die offengelegten Gewichtungen skalieren die vorhergesagte Wahrscheinlichkeit einer Aktion, nicht die tatsächliche Anzahl an Likes oder Reports. Ein einzelner Report gleicht also nicht automatisch eine bestimmte Zahl an Likes aus, auch wenn genau dieses Missverständnis nach der Veröffentlichung kursierte.

X Open Source Code zeigt neue Filter für Zensur und Wahlmanipulation

Besonders brisant sind die Filtersysteme, die mit dem Update sichtbar wurden. Der Code zeigt jetzt konkret, wie staatliche Löschanfragen technisch umgesetzt werden, inklusive Regeln für einzelne Länder und Ereignisse.

Rund um die Wahlen in Brasilien 2026 etwa greift ein eigener Filter, der Beiträge von Accounts, die der brasilianischen Wahlbehörde gemeldet wurden, aus der X For You Timeline entfernt, außer ihr folgt dem Account direkt. Genau das ist der Vorteil von Open Source: Solche Eingriffe lassen sich nun im Code nachweisen statt nur behauptet zu werden.

„Under the Hood” liefert neue X Insights für Creator

Parallel zur Code-Erweiterung ist das Tool „Under the Hood“ gestartet. Damit könnt ihr als Creator direkt prüfen, ob euer Account von Sichtbarkeitsbeschränkungen betroffen ist.

Das Tool zeigt aggregierte Statistiken zu Labels, die eure Reichweite einschränken können, etwa durch Herabstufung oder Ausblendung einzelner Posts. Wer bislang nur vermutet hat, weshalb ein Beitrag kaum Reichweite bekam, erhält damit erstmals einen echten Anhaltspunkt.

Was der offene X Algorithmus für eure Strategie bedeutet

Für alle, die auf X aktiv Reichweite aufbauen wollen, lohnt sich ein Blick über die reine Like-Zahl hinaus. Fragt euch bei jedem Post: Warum sollte jemand länger verweilen, das Profil besuchen oder den Beitrag weiterleiten?

Klickfallen oder künstlich erzeugtes Engagement verlieren durch den transparenteren Code weiter an Wirkung, weil das System zunehmend echtes Nutzerverhalten über einen längeren Zeitraum bewertet. Zusätzlich lohnt sich weiterhin das Setzen auf bezahlte Reichweite mit Grok im X Ads Manager, indem KI-Insights direkt in die Anzeigenplanung eingebunden werden.

Wird der X Open Source Algorithmus zum Vorbild für die Branche?

Mit der massiv erweiterten Offenlegung will X einen neuen Standard für Transparenz in der Branche setzen und hofft auf einen Domino-Effekt bei Meta, TikTok und Co. Ob andere Plattformen nachziehen, bleibt abzuwarten.

Für euch gilt schon jetzt: Wer versteht, wie Code, Gewichtungen und Filter im X Algorithmus zusammenspielen, und das Under-the-Hood-Tool im Blick behält, kann Inhalte gezielter auf echte Interaktion statt auf reine Reichweite ausrichten.

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz ConsultingBlogger in charge at Futurebiz. Speaker, author and senior digital & social media consultant at the BRANDPUNKT agency. Jan Firsching advises brands and companies on the development and implementation of digital and social media strategies.

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